Ok. Das waren dann wohl die letzten Bilder, in denen ihr die grüne bzw. herbstliche Landschaft Kanadas bewundern könnt. Denn: Der Winter ist angekommen! Und zwar ziemlich plötzlich.
Genau genommen sind wir seit einer Woche eingeschneit und die Temperaturen haben sich dementsprechend angepasst. Heißt: Zwischen -10 und -23 Grad. Morgen soll der kälteste Tag werden, mit (aufgrund des Windes gefühlten) -32 Grad. Ich dachte ich schreib nochmal, bevor ich morgen vielleicht erfroren bin... ;) Aber mal im Ernst, es fühlt sich nicht so kalt an. Eher wie ein kalter Wintertag in Deutschland und definitiv nicht so kalt wie sich -20 Grad anhören. Ich hatte noch nicht einmal Winterschuhe oder Handschuhe an.
Aber von vorne:
Am vergangenen Sonntag haben alle Kanadier (inklusive Radio- und Fernsehsender) von einem "snowstorm" gesprochen, der nachts über Kanada fegen sollte. Ich hab den Vorwarnungen nicht ganz so viel Bedeutung zugemessen, da Wettervorhersagen - wie wir ja alle wissen - nicht immer die zuverlässigsten sind. Als ich dann am Montagmorgen um halb sieben aus dem Fenster geschaut hab, wurde ich allerdings eines Besseren belehrt: Alles war weiß! Und der Sturm hatte sich auch noch nicht wirklich gelegt. Eigentlich sollte man meinen, dass die Kanadier an Schnee gewöhnt sind aber auch sie waren mit dem ersten Schnneesturm überfordert. Ich musste Michi an diesem Tag um dreiviertel sieben zur Arbeit fahren, die Straßen waren nicht geräumt, alles war vereist, da es zu allem Übel am Tag davor etwas geregnet hatte und der Wind hatte sich auch nicht gelegt. Diese optimalen Bedingungen haben dann auch unser erstes wunderschönes Schneeerlebnis in Kanada verursacht: Wir sind mit unserem Van in den Graben gerutscht. Naja, abgesehen vom Schock war alles halb so wild, haben es sogar wieder alleine herausgeschafft. Außerdem waren wir nicht die einzigen. An diesem und in den darauffolgenden Tagen haben wir noch vier weitere Autos, einen Lieferwagen und einen Schulbus im Graben liegen sehen. Und das waren nur die, die wir wirklich gesehen hatten. Und wenn ihr denkt das wars schon, dann habt ihr euch gettäuscht! In dieser Woche bin ich zwei Mal zu spät zur Arbeit gekommen. Beim ersten Mal sind wir mit Monikas Truck im Schnee gesteckt und kamen nicht ohne Hilfe heraus und beim zweiten Mal wollte die Autobatterie nicht so wie ich wollte...
(Ja, ich habe meinen Job noch!)
Michi hatte vom Schnee natürlich trotzdem nicht genug und hat sich von Ed mit dem Snowboard hinter seinem Truck herziehen lassen. Und jetzt ist er krank. :) Und ja, auch er hat seinen Job noch. Sie arbeiten zwar nicht mehr so viele Stunden am Stück aber sie arbeiten noch. Verrückte Bauarbeiter hier!
Das war's von mir. Lasst euch nicht einschneien zu Hause, kauft euch anständige Winterklamotten und lasst es euch gutgehen!
Eure Vera


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